Was ist eigentlich ein Naturgarten?

Ein Naturgarten ist kein Zufallsprodukt, sondern bewusst gestalteter Lebensraum – nicht nur für Menschen, sondern ebenso für einheimische Pflanzen und Wildtiere.

Akzeptanz und natürliche Prozesse

Anders als im konventionellen Gartenbau geht es weniger um Kontrolle, sondern um Zusammenarbeit mit natürlichen Prozessen. Pflanzen dürfen sich (bis zu einem gewissen Grad) ausbreiten, Böden leben, und kleine Veränderungen werden nicht als Makel verstanden, sondern als Teil des Kreislaufs.

Wir akzeptieren das Vorhandensein von Tieren und Pflanzen, auch wenn wir nicht genau wissen, welchen Nutzen sie haben. Denn: Nur weil wir nicht wissen, wozu es gut ist, heisst das nicht, dass es wertlos ist. Der Nahrungskreislauf braucht alle Akteure, damit er funktioniert.

Biodiversität, Standortkunde und Kreislaufdenken

Die Idee des Naturgartens entstand in der Schweiz in den 1980er Jahren. Damals wandten sich immer mehr Menschen von «sterilen» Ziergärten ab und begannen, sich für ökologische Kreisläufe zu interessieren.

Seither hat sich der Naturgartenbau zu einem eigenständigen Berufsfeld entwickelt, mit klaren ökologischen Standards und einem tiefen Verständnis für Biodiversität, Standortkunde und Kreislaufdenken.

Engagiert für die Naturgärtner*innen von heute und morgen

Naturgärtnerinnen und Naturgärtner sind Fachpersonen für ökologische Garten- und Landschaftsgestaltung. Sie lernen, Lebensräume zu schaffen, die Pflanzen und Tieren zugutekommen – mit einheimischen Arten, nachhaltigen Materialien und angepasster Pflege.

Inhaberin und Geschäftsführerin Sara Stolz engagiert sich als Prüfungsexpertin und Dozentin für die Berufsbildung und hält Vorträge über Naturgarten-Themen. Sie ist Auditorin der Stiftung Natur & Wirtschaft und Auditorin bei Bioterra.